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Sport und Hämophilie? Richtig und wichtig

Als Gerinnungsfaktoren noch nicht verfügbar waren wurde hämophilen Patienten empfohlen, körperlich möglichst inaktiv zu bleiben und sie wurden buchstäblich in Watte gepackt. Sportliche Betätigung war zu dieser Zeit unvorstellbar. Heute, nachdem die Präparate zur Verfügung stehen, gilt dies als überholt, denn man weiß inzwischen, dass körperliches Training dem Auftreten von Gelenkblutungen und damit auch Gelenkschäden vorbeugen kann.

Die allgemeinen positiven Auswirkungen von maßvoller sportlicher Betätigung auf Körper und Geist sind heute auch für Hämophilie durchweg anerkannt. Empfehlenswert ist eine regelmäßige sportliche Betätigung, die individuell auf die persönlichen Stärken und Schwächen zugeschnitten ist. Die sanfte Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der Aufbau sowie das Training von Muskeln helfen, fit und belastbar zu bleiben. Gut ausgebildete Muskulatur schützt vor Gelenkverletzungen. Sport trainiert Koordination, Schutzreflexe und Gleichgewicht, was ebenfalls vor Verletzungen schützt. Zusätzlich schützen Hämophilie-Patienten sich durch geeigneten Sport auch vor der Entwicklung von Hämophilie-unabhängigen Krankheiten, die durch Bewegungsmangel entstehen können. Bei der Auswahl der geeigneten Sportart sollten persönliche Fähigkeiten und Neigungen berücksichtigt werden, zusätzlich sollte man den Schweregrad der Erkrankung und den aktuellen Gelenkstatus bedenken. Sportarten die viel Körperkontakt (Karate, Judo, Handball etc), mit sich bringen bzw. eine hohe Verletzungsgefährdung (Skateboarden, Snowboarden, Vereinsfussball etc.) darstellen sind zu vermeiden. Welche Sportarten für Sie gut geeignet und welche weniger gute geeignet sind können Sie in der Broschüre "Hämophilie und Sport" nachlesen, die am Ende des Artikels zum Download zur Verfügung steht.

Auf der Seite der Deutschen Hämophiliegesellschaft finden Sie übersichtliche Informationen zum Thema geeignete Sportarten sowie weitereführende Links:

www.dhg.de/informationen/sport-und-reisen/sport.html

Weitere hilfreiche Informationen dazu finden Sie unter:

www.haemofit.at

Einblicke in die historische Entwicklung sowie aktuelle Sichtweisen und Forschungsergebnisse zum Thema Sport und Hämophilie gibt es auf der Seite Haemophilia in Motion (HIM) vom Lehrstuhl für Sportmedizin, Bergische Universität Wuppertal:  www.haemophilia-exercise.de

Alle „sportlichen“ Vorteile auf einen Blick:

  • Gut aufgebaute Muskulatur schützt die Gelenke und trägt so zur Verhinderung von Gelenkblutungen bei
  • Sportliche Betätigung unterstützt die Flexibilität der Gelenke und erhöht so die Gleitfähigkeit des Knorpels 
  • Sport stärkt Gleichgewichtssinn, Koordination und Reflexe
  • Verbesserte Körperwahrnehmung und bessere Haltung beugen ebenfalls Gelenkproblemen vor 
  • Körperliche Betätigung verringert das Risiko für gelenkschädliches Übergewicht

Substitutionsplan den sportlichen Aktivitäten anpassen

Gerade bei körperlicher Belastung und Aktivitäten mit gesteigertem Verletzungsrisiko kann ein zu niedriger Faktorspiegel gefährlich werden. Die Dosierung sowie die Injektionsintervalle sollten daher individuell auf den Lebensstil und die Wochenplanung angepasst werden. Mehr zum Thema individuelle Substitution unter: Patientenindividuelle Pharmakokinetik 

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