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Nur kein Stress, trotz Hämophilie?!

Was ist Stress? Es ist der körperliche Ausdruck für Belastung. Der Umgang des Körpers mit den täglichen Herausforderungen verläuft nicht immer reibungslos. Selbst wenn Belastungen nur über einen kurzen Zeitraum andauern, können sie sich negativ anfühlen und zur Ausschüttung von Stresshormonen führen. Insbesondere bei Menschen mit Hämophilie steht die Frage im Raum, welche speziellen Auswirkungen dieser Zustand auch auf ihre Erkrankung hat und umgekehrt.

Für einen Rundumblick zum Thema Stress darf nicht verschwiegen werden, dass es zwei Arten von Stress gibt: den positiven, wenn wir z. B. Achterbahn fahren oder wir uns, in Vorbereitung auf eine Prüfung, konzentrieren müssen. Diese Herausforderungen können wir ohne die Extraportion Stresshormone nicht so gut bewältigen.

 

Der negative Stress

Stress wird wahrscheinlich am deutlichsten sichtbar, wenn er sich als belastend darstellt, sei er körperlich, emotional oder mental. Auslöser für diese Art von Stress können starke berufliche Beanspruchung oder familiäre Spannungen sein. 

Kurz gesagt: Problematisch wird es, wenn der Körper dauerhaft, ohne Entspannungsphasen, in diesem Zustand bleibt.

Die Folgen von Dauerstress sind vielfältig und können sich äußern in:

  • Erhöhter Infektanfälligkeit
  • Verzögerter Wundheilung
  • Hohem Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Depression 
  • Hörsturz oder Tinnitus

Die genannten Symptome können ein guter Hinweis auf einen reduzierten Allgemeinzustand sein, wenn nicht schon der Körper selbst mit starken Symptomen wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit reagiert.

 

Hämophilie & Stress

Wirkt sich Stress auf die Hämophilie aus und umgekehrt? In einer Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen Stress auf die Hämophilie-Erkrankung von Kindern und jungen Erwachsenen hat. Im 6-monatigen Studienzeitraum zeigte sich, dass Stress bei den Eltern das Blutungsrisiko für die Kinder und Jugendlichen signifikant erhöhte und auch das für Unfälle. Allerdings hatte er keinen Einfluss auf Gelenkblutungen. Das erhöhte Blutungsrisiko macht sich meist im darauffolgenden Monat nach den negativen Verhaltensweisen der Eltern bemerkbar. Positiv hervorzuheben ist, dass sich stabile familiäre Verhältnisse in gleicher Weise positiv auf die Erkrankung auswirkten.

 

Hämophilie als Stress-Trigger

Hämophilie selbst ist auch ein Auslöser für Stress. Die tägliche Verantwortung für die Erkrankung ist zwar vordergründig Routine, aber bedeutet für jeden Patienten dennoch Stress. Patienten betonen, dass die Unvorhersehbarkeit von Blutungen ein besonderer Stressfaktor für sie ist. Ob Urlaub, frühe Morgenstunden oder auf einer Feier – in jedem Moment müssen die Beteiligten mit einer Blutung rechnen. Patienten berichten auch, dass Verspannungen im Nacken, die durch Stress ausgelöst werden, Blutungen in diesem Bereich etwas verstärken.

 

Entspannungstechniken & der chilligste Song der Welt

 

Yoga & Co

Die Vorteile von Yoga und Meditation auf den Organismus zeigt folgende Übersicht:

  • Positive Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Atmung
  • Fähigkeit des Organismus, im Gleichgewicht zu bleiben
  • Gegensteuern bei Angst, Schmerz und Depression
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Förderung des Körperbewusstseins und der Fitness
  • Steigerung der Koordination und Fähigkeit zur Entspannung

Vor allem die guten Effekte auf die Lebensqualität sowie auf die Blutungsepisoden von Kindern wie Erwachsenen konnten in Studien nachgewiesen werden. Auch die oftmals mit Stress einhergehenden Ängste oder Schmerzen können mit Entspannungsübungen, Selbst-Hypnose, Yoga und Meditation vermindert werden. Natürlich hilft regelmäßiges Yoga auch, körperlich beweglich zu bleiben und Verletzungen vorzubeugen. Es trägt zudem zur Resilienzbildung bei. 

 

Resilienz

Diesen Begriff kennt man aus der Physik: Materialien, die nach einer extremen Spannung wieder in den Ursprungszustand zurückkehren, werden als resilient bezeichnet. Dies kann auch eine Eigenschaft von Menschen sein, die aus kraftraubenden Situationen scheinbar unversehrt hervorgehen. Diese „seelische Elastizität“ ist zum Teil angeboren, kann aber auch trainiert werden. 

Folgende Tipps können dabei helfen:

  • Für sich selbst sorgen, auch wenn gerade keine stressige Zeit ist.
  • An sich selbst und seine Kompetenz glauben – das macht immun gegen (ungerechtfertigte) Kritik und verhindert das Aufkommen von Selbstzweifeln und emotionalen Stress.
  • Das soziale Netzwerk pflegen.
  • Eine Langzeitperspektive einnehmen und auch auf Dinge zurückschauen, die man gut gemeistert hat.
  • Realistische Ziele entwickeln und im Job wie im Alltag zeittechnisch lieber etwas großzügiger planen.

 

Der chilligste Song der Welt

Wer sein Stresslevel musikalisch senken möchte, kann dies mit dem „chilligsten“ Song der Welt tun: „Weightless“ von Marconi Union. Die Band kreierte ihn 2011 zusammen mit der British Academy of Sound Therapy. 

Seine Effekte: Er senkte um 65 % Stress unter Teilnehmern einer Studie. Erstaunlich ist, dass er um 11 % effektiver Blutdruck, Herzrate und Atemgeschwindigkeit reduzierte als andere Songs. 

Nicht mal die Lieder von Adele und Coldplay strahlen mehr Entspannung aus.