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Schmerzfrei im Alter

Besonders ältere Hämophilie-Patienten haben häufig mit Schmerzen in den Gelenken zu kämpfen. Hierbei kann es sich um akute Schmerzen bei Gelenkblutungen oder um chronische Schmerzen infolge von bereits bestehenden Gelenkschädigungen handeln. Bei der Behandlung der Symptome muss mit Bedacht vorgegangen werden.

Schmerzen treten bei älteren Menschen mit Hämophilie leider häufig als Folge von Gelenkblutungen oder als chronische Schmerzen bei bestehenden Gelenkschädigungen auf. Der Griff zum Schmerzmittel ist da ebenso hilfreich wie verständlich. Aber als Hämophilie-Patient sollten Sie unbedingt darauf achten, welche Wirkstoffe im Schmerzmittel enthalten sind. Viele enthalten Acetylsalicylsäure – kurz ASS genannt. Durch diesen Wirkstoff verstärkt sich die Blutungsneigung. Auch bei Verwendung von schmerzstillenden Naturextrakten sollten Sie sich wenn möglich vorab an Ihren Arzt oder Apotheker wenden. Andere Schmerzmittel dieser Arzneimittelklasse (nicht-steroidale Entzündungshemmer) werden aufgrund ihrer schmerzstillenden und antientzündlichen Wirkung gern zur Behandlung von Arthritisschmerzen eingesetzt, sind aber bei Hämophilen nur mit Vorsicht zu verwenden, da diese Medikamente ein erhöhtes Blutungsrisiko – vor allem im oberen Magen-Darm-Trakt – mit sich bringen können. Sprechen Sie also unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt im Hämophilie-Zentrum, welches Schmerz- oder auch Fiebermittel für Sie geeignet ist.

Es gibt auch entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente, die so genannten COX2-Hemmer, die bei vielen Patienten gut wirken, aber nur bei herzgesunden Patienten nach Rücksprache mit Ihrem Hämophilie-Behandler eingesetzt werden dürfen.
Auch die Radiosynoviorthese (RSO) ist eine, für viele Patienten mit Gelenkproblemen, zusätzliche Methode. Sie kann auch gezielt an einzelnen, kleinen Gelenken wie Zehen und Fingergelenken eingesetzt werden. Dabei wird die, durch Restblut im Gelenk gereizte und angeschwollene, innere Gelenkhaut (Synovia) wieder auf ein normales Niveau gebracht. Dies wird durch Injektion einer  radioaktiven Substanz durch speziell geschulte Ärzte, in das schmerzhaft geschwollene und bewegungseingeschränkte Gelenk erreicht. Hierzu muss zusätzlich ein speziell abgestimmter Faktor-Substitutionsplan erstellt werden.

Schmerzen durch Gelenkschäden

Ein Grund für chronische Schmerzen sind häufig die durch Einblutungen entstandenen Gelenkschäden. Diese irreversiblen Gelenkveränderungen werden meist durch eine Kombination aus Operation, Physio- und Schmerztherapie behandelt. Eine Reduktion der Schmerzen und Verbesserung der Gelenkfunktion ist unter Umständen auch durch eine Dauerprophylaxe (siehe auch Sekundärprophylaxe) zu erzielen, da Blutungen und damit einhergehende entzündliche Prozesse vermieden werden.

Eine umfassende Medikamentenliste zum Download finden Sie hier:

https://www.dhg.de/informationen/erlaubte-verbotene-medikamente.html

In der Regel verfolgt man heute bei der Behandlung von chronischen Schmerzen einen ganzheitlichen Ansatz, der auch nicht-medikamentöse Maßnahmen umfasst. Patienten mit Hämophilie sollten beispielsweise nicht auf regelmäßige Krankengymnastik verzichten, denn Physiotherapie kann Schmerzen lindern und wirkt zudem vorbeugend gegen chronische Schmerzen. Lockerung, Kräftigung und Mobilisierung von Gelenken können Schonhaltung und Fehlstellungen verhindern.

Weiterführende Informationen und Links zum Thema Schmerz:

Deutsche Schmerzliga e.V. 
Neben medizinischen Informationen bietet die Deutsche Schmerzliga praktische Hilfe für Patienten.  
www.schmerzliga.de