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Schüleraustausch oder Au-pair

Zwei Wochen Urlaub allein reichen dir nicht? Du willst dein Englisch aufpolieren, tiefer in andere Kulturen eintauchen und für einige Zeit in einem fremden Land leben? Dann ist ein Schüleraustausch oder ein Au-pair-Programm genau das Richtige für dich – trotz Hämophilie.

Doch vor dem spannenden Auslandsabenteuer sollten einige Reisevorbereitungen getroffen werden.

Wichtige Anlaufstelle im Ausland: Das Hämophiliezentrum

Du solltest Kontakt zu einem Hämophilie-Zentrum bzw. -Arzt in der Nähe deines geplanten Aufenthaltsortes aufnehmen, um sicherzustellen, dass du im Ernstfall vor Ort einen Ansprechpartner - und die Möglichkeit einer lückenlosen medizinischen Versorgung hast. Eine Übersicht von weltweiten Adressen von Hämophilie-Behandlungszentren findest du auch auf der Seite der WFH.

Gut ist, die Adressen und Rufnummern des ausländischen sowie deines heimischen Behandlungszentrums immer bei dir zu haben. Sei es als Zettel im Geldbeutel oder als Notiz in deinem Handy.

In deinem behandelnden Hämophiliezentrum zuhause kannst du dich bereits vorab über Mitnahme und Transport deines Faktorpräparats ins Ausland informieren.

Wichtige Fragen können dabei sein:

  • Welche Menge an Faktorenpräparat benötige ich für meinen Auslandsaufenthalt?
  • Welche Kühlungsmöglichkeiten stehen mir zur Verfügung?
  • Kann ich meine Faktorenpräparate auch im Ausland beziehen?
  • Hat mein Faktorpräparat im Ausland einen anderen Namen bzw. eine andere Zusammensetzung?

Dein Hämophiliezentrum steht dir bei all diesen wichtigen Fragen zur Seite.

Abgesichert ins Ausland: Die Krankenversicherung

Denk daran: Deine Krankenversicherung übernimmt nur Teilleistungen im Ausland und das auch nur in bestimmten Ländern. Daher solltest du dich vor dem geplanten Auslandsaufenthalt auf jeden Fall bei deiner Krankenkasse erkundigen, was sie in welchem Umfang erstattet.

Tipp: Auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums kannst du dir zu den Themen „Nachträgliche Erstattung einer Behandlung im Ausland“ oder „Übernahme von Behandlungskosten in Drittstaaten“ einen ersten Überblick dazu verschaffen.

Falls der Schüleraustausch oder das Au-pair-Programm in einem Land der Europäischen Union (EU) stattfindet, ist die Beantragung der „Europäischen Krankenversicherungskarte“ (EHIC) sinnvoll.

Abhängig von der Dauer deines Aufenthalts, dem Land und deiner Krankenversicherung, solltest du unbedingt über eine Auslands-Reisekrankenversicherung nachdenken. Denn ein möglicher Rücktransport, eine Notarztbehandlung oder ein Krankenhausaufenthalt sind im Ausland häufig teurer als in Deutschland und werden nur zum Teil bezahlt.

Gut zu wissen: In Ländern außerhalb der EU und in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat, erstattet die Krankenkasse gar nichts.

Der Abschluss folgender Versicherungen sollte daher geprüft werden:

  • Reiserücktrittsversicherung
  • Reisegepäckversicherung
  • Reiseunfallversicherung
  • Soforthilfeversicherung


Immunisiert ins Ausland

Falls der Schüleraustausch oder das Au-Pair-Programm in einem tropischen oder subtropischen Land stattfinden soll, informiere dich möglichst frühzeitig über die notwendigen Impfungen (z. B. Typhus, Hepatitis A und B, Cholera, Gelbfieber, Meningokokken Typ B und Typ C, etc.). Empfehlungen zur Standardimpfungen findest du auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts.

Für dein Reiseland erfährst du auf den Seiten des Auswärtigen Amtes alle relevanten Impfempfehlungen.

Gut zu wissen: Verletzungen in warmen Ländern bluten stärker. Daher sollte eine Grundausrüstung an sterilem Verbandsmaterial in deinem Rucksack oder deiner Tasche nicht fehlen. Denn die Hygienestandards sind im Ausland oftmals nicht so hoch wie in Deutschland.

Wichtige Unterlagen, die du in „Übersee“ bei dir führen solltest:

  • Personalausweis (und falls notwendig ein Visum)
  • Krankenversicherungskarte
  • Impfausweis
  • Hämophilieausweis
  • ggf. Schwerbehindertenausweis
  • Zollbescheinigung für die Mitführung deiner Faktorenpräparate
  • Arztbrief über Hämophilie und was im Notfall zu tun ist
  • Adressen von Hämophiliezentren

Wichtig

Achte darauf, dass dein Hämophilieausweis, das Arztschreiben und die Zollbescheinigung auch in der entsprechenden Landesprache vorliegen. Entsprechende Vorlagen dafür findest du hier.

Noch ein letzter Tipp: Die Gastfamilie muss natürlich auch über deine Erkrankung informiert sein. Es ist vertrauensstiftend, wenn du in einem persönlichen Gespräch deine Erkrankung schilderst und was im Notfall zu tun ist.

Wenn du alle Vorbereitungen getroffen hast, steht deinem Abenteuer eigentlich nichts mehr im Wege.