Stell’ dir vor, in deinem Koffer ist Platz für alles – außer für Sorgen.
All-inclusive, Individualität total, Aktivurlaub, Städtetrip, Chillen am Strand oder eine Bergtour: Die Erwartungen an den Urlaub sind so unterschiedlich wie die Reisenden selbst. Damit deine Reise deine Erwartungen erfüllt, solltest du sie besonders gut planen und unnötige gesundheitliche Risiken nach Möglichkeit ausschließen. Eine kluge Vorbereitung ist dein Ticket für echte Entspannung – so steht auch mit Hämophilie einem perfekten Urlaub nichts im Wege.
Im Folgenden findest du alle Informationen, Tipps und Adressen, mit denen du die verdiente Erholung entspannt vorbereiten kannst.
Stell’ dir vor, ein Besuch macht deinen Kopf frei für eine Reise.
Ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sollte bei dir ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Ihr geht alle Details gemeinsam durch, damit du dich vor Ort voll auf deinen Urlaub konzentrieren kannst. Besprecht dabei deine Hämophilie-Medikation im Urlaub, Maßnahmen zur Schmerztherapie und die sonstige Ausstattung deiner Reiseapotheke. Zusätzlich solltet ihr auch gemeinsam die notwendigen ärztlichen Dokumente wie Notfallausweis oder Zollbescheinigung sowie das wichtige Thema Impfungen erörtern.
Impfschutz checken
Cholera, Typhus, Diphtherie, Tetanus, Hepatitis: Wenn du mit einer Hämophilie verreist, sollte dein Impfschutz aktuell sein. Du bist für jede Situation gewappnet, indem du dich frühzeitig beraten lässt. Denn für manche Grundimmunisierungen sind zwei oder mehr Termine im Abstand von Wochen nötig. Impfungen sind aber auch im normalen Alltag eine wichtige Vorsorgemaßnahme – es macht also Sinn, deinen Impfstatus regelmäßig gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu überprüfen.
Weitere reisemedizinische Informationen und Vorsorgetipps findest du beim Auswärtigen Amt.
Stell’ dir vor, dein Sicherheitsnetz ist bereits gespannt, bevor du losfährst.
Je nach Zielland unterscheidet sich der Schutz deiner Krankenkasse. Frage also rechtzeitig nach, welche Leistungen deine Kasse übernimmt. So genießt du die Sicherheit einer passgenauen Absicherung – z. B. über eine zusätzliche private Reisekrankenversicherung, wenn es über die EU-Grenzen hinausgeht.
Hämophilie-Zentrum nah am Reiseziel finden
Auf www.wfh.org (World Federation of Hemophilia) findest du eine umfassende Liste mit über 900 Zentren in über 100 Ländern. Du kannst dir deinen Urlaubsort so aussuchen, dass du im Fall der Fälle vor Ort sofort professionelle Hilfe findest.
Stell’ dir vor, deine Dokumente sprechen für dich – überall auf der Welt.
Wer mit Hämophilie reist, braucht neben Ausweis und Kreditkarte Dokumente, die im Notfall sofort Klarheit schaffen. Dann hast du sofort alles griffbereit, damit Ärzte im Ausland präzise und schnell reagieren können:
- Internationaler Notfallausweis & Hämophilieausweis: Sie liefern entscheidende Infos über Medikation und Dosierung (erhältlich bei DHG oder IGH).
- Englischer Arztbrief: mit detaillierten Informationen für den Fall einer ärztlichen Behandlung im Zielland.
- Zollbescheinigung: bestätigt die Notwendigkeit von Faktorpräparaten und Infusionssets im Handgepäck. Downloads in verschiedenen Sprachen findest du auf der Website der DHG.
Zusätzlich unverzichtbar:
- Dein Therapietagebuch (digital oder Papier) für die lückenlose Dokumentation.
- Deine Krankenversicherungskarte (EU) oder die Bescheinigung einer Auslandskrankenversicherung.
- Dein Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden), der dir oft zusätzliche Vergünstigungen sichert.
- Dein Impfpass, ein Beipackzettel und die Originalverpackung deines Medikaments sowie die Kontaktdaten des Hämophilie-Zentrums am Reiseziel.
Die Originale gehören ins Handgepäck, Kopien in den Koffer oder digital aufs Smartphone oder in die Cloud. Bei Medikamenten, die gekühlt werden müssen, denk immer an eine Kühltasche.
Stell’ dir vor, du bist so gut vorbereitet, dass dich nichts aus der Ruhe bringt.
Du kannst die Sonnencreme vergessen, aber niemals deine Reiseapotheke. Damit du vor Ort völlig unabhängig bleibst, solltest du sie perfekt bestücken. So planst du vorausschauend und bleibst selbst bei einer spontanen Urlaubsverlängerung oder einem kleinen Notfall völlig entspannt:
- Wenn du zum Beispiel Gerinnungsfaktoren nimmst denke an deinen Faktor-Vorrat: Nimm als Faustregel die 1,5-fache Menge deines normalen Verbrauchs mit. Checke auch rechtzeitig, ob deine Kühlkapazitäten ausreichen.
- Vollständige Ausstattung: Denke an Schmerzmittel und wichtige Utensilien wie sterile Einwegartikel, Kühlpads oder Infusionsbestecke. Hier gilt: „Lieber zu viel als zu wenig“.
- Logistik am Flughafen: Melde die Mitnahme von Faktorpräparaten im Handgepäck bis zu 10 Tage vorher bei der Airline an, damit du sicher durch den Sicherheitscheck kommst.
- Check vor Ort: Kläre vorher, ob in deiner Unterkunft ein funktionierender Kühlschrank steht.
Referenzen
- Deutsche Hämophiliegesellschaft zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten e.V. Hämophilie und Reisen. Informationen für reiselustige Patienten. 3. überarbeitete Auflage, März 2013.
- Deutsche Hämophiliegesellschaft zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten e.V. Reisen. https://www.dhg.de/leben-mit-blutungserkrankungen/reisen.html ; Abrufdatum: 27.02.2025.
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